Leipzig, 05.05.2010

Fotografieren und Einschüchtern: Leipziger JN-Aktivist als Anti-Antifa-Fotograf unterwegs

Ein stadtbekanntes Mitglied der Leipziger Ortsgruppe der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) hat am 6. Mai in der Südvorstadt versucht, einem Journalisten im Stile der "Anti-Antifa" nachzustellen und Fotos von ihm zu schießen. Der Betroffene recherchiert seit mehr als einem Jahr in der Leipziger Neonazi-Szene. Als der Journalist gegen Mittag an der Haltestelle Richard-Lehmann-Straße wartete, bemerkte er auf der gegenüberliegenden Straßenseite den 23-Jährigen Neonazi. Dieser entfernte sich umgehend und stieg in einen Volkswagen-Kombi ein, der in der Kantstraße geparkt worden war und anschließend Richtung Innenstadt fuhr. Seit langem bereits versuchen Neonazis, unter der Bezeichnung "Anti-Antifa" Informationen über ihre "politischen Gegner" – neben AntifaschistInnen zählen dazu auch JournalistInnen – zu sammeln und zu veröffentlichen, oft im Zusammenhang mit einer Gewaltdrohung. Das heimliche Anfertigen von Bildmaterial soll offenbar der Einschüchterung dienen. Porträtaufnahmen des diesmal betroffenen Journalisten wurden bereits wiederholt auf Neonazi-Websites veröffentlicht.

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Leipzig
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  • chronik le