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12. Februar 2021

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Pressemitteilung


Recherche-Tool

Das Projekt “Tatort Rechts” stellt ein web-basiertes Recherche-Tool zur Verfügung, mit dem Daten zu rechten Vorfällen und Straftaten gezielt durchsucht werden können. Tatort Rechts ist Open Source, das heißt mit dem auf GitHub zur Verfügung gestellten Quellcode, kann an dem Projekt weiter gearbeitet werden. Hier geht es zum Recherche-Tool, der Karte. Dies ist ein erster Prototyp, wir arbeiten an der Verbesserung der Seite.

Zum ersten Mal ist es möglich, die öffentlich verfügbaren Daten von 13 Projekt-Seiten systematisch zu durchsuchen. Das hat es so bisher noch nicht gegeben. Die Daten liegen auf den Seiten der jeweiligen Projekte schon vor, mal auch auf einer Karte, mal nur als Text-Bausteine. Dadurch ist eine gezielte Suche in allen verfügbaren Daten bislang nicht möglich gewesen.

Gezielte Suchen

Seit dem Jahr 2000 sind auf den 13 Projekt-Webseiten zusammen mehr als 16.000 Fälle registriert worden, die einen rechten, rassistischen oder antisemitischen Bezug haben. Nun können User*innen zum einen nach Fällen auf der Karte suchen und sich in ihr Bundesland bis zu ihrer Stadt reinzoomen. Zum anderen können Benutzer*innen über eine Suchleiste anhand von Schlagworten filtern, nach bestimmten Namen oder Taten suchen. Mit erweiterten Suchfiltern kann die Suche weiter eingegrenzt werden.

Zusammenhänge sehen

Wir hoffen, dass es nun durch die visuell ansprechend und filterbar aufbereiteten Daten viel leichter sein wird, Zusammenhänge in den Daten zu erkennen. In den Daten sind Kundgebungen von Pegida oder Veranstaltungen der AfD. Brandanschläge auf Autos von Menschen, die einen Migrationshintergrund haben oder sich für Flüchtlinge einsetzen. Aber auch Todesdrohungen und körperliche Angriffe mit Messern und Waffen.

Daten

Die verwendeten Daten sind alle schon öffentlich verfügbar. Doch bislang waren sie für eine systematische und einfache Suche nur schwer nutzbar. Allerdings sind die erfassten Daten sehr heterogen. Das bedeutet, eine Vergleichbarkeit ist nicht gegeben. Statistische Analysen sind anhand der Daten nicht möglich. Das ist auch nicht das Ziel dieses Projekts. Mit Tatort Rechts wollen wir es User*innen möglich machen, gezielt die erfassten Vorfälle durchsuchen zu können.

Für die Qualität und Richtigkeit der Daten schließen wir jegliche Verantwortung oder Haftung aus. Die Daten werden von den jeweiligen Organisationen erhoben, die jeweils auch eigene Kriterien verwenden. Wir bieten lediglich eine Plattform an, auf der User*innen die Möglichkeit haben diese schon erhobenen und öffentlich zugänglichen Daten der Organisationen, auf eine systematische Art filtern und durchsuchen zu können. Mehr zu den Daten, die wir für das Recherche-Tool verwenden, finden sich auf unserem Blog.

Das Team

Coding-Nerd trifft auf Story-Junkie. Das sind wir, Johannes Filter und Anna Neifer.

Johannes ist der Softwareentwickler in diesem Projekt, hat die Seite gebaut, die öffentlichen Daten gescrapt und gemappt und sich mit dem Webdesign rumgeschlagen. Anna ist Journalistin, hat sich um die inhaltliche Ausrichtung der Seite gekümmert, ist die kritische Testerin der interaktiven Karte und hat die Artikel geschrieben. Hier finden sich mehr Infos zu uns.

Förderung

Die intensive Arbeit an Tatort Rechts war nur möglich, weil wir durch den Prototype Fund gefördert wurden. Das hat es uns ermöglicht auch neben unseren Berufen so intensiv an diesem Prototypen zu arbeiten.